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♦Panamericana August 2019 – Oktober 2020♦ – ♦24.12.2019 – 10.01.2020 NP Talampaya – La Paz♦

24.12.2019 Busfahrt Valle de la Luna, Canón de Talampaya

Heute ist Weihnachtstag, bei 47 Grad und stahlblauem Himmel kaum auszuhalten, nur der Wind bietet etwas Erfrischung.

Wir wünschen noch mal allen neugierig gebliebenen gesegnete Weihnacht, schöne Feiertage, einen fleißigen Weihnachtsmann, ein fleißiges Christkind, oder wie auch immer man es bei euch nennt, liebe Grüße aus der Ferne, Petra & Volkmar!

08:00 Uhr Start mit Kleinbussen zu einem Rundgang ins Valle de la Luna, das Mondtal, durch den NP Ischigualasto. Dieser wurde 1973 gegründet und 2000 zum Weltkulturerbe erklärt. Es ist einzigartig auf der Welt, alle sieben Gesteinsarten des Trias sind auf diesem Teil zu erleben. Hier wurden auch die meisten Funde der Dinosaurier entdeckt. Die Felsformationen sind 250 – 260 Mio Jahre alt. Wir sehen das Tal der Farben, des Waldes und die Red Cliffs Formation, die dem Grand Canyon in Arizona in Kleinformat ähneln. Haben einige Halts an besonderen Motivformen der Steine, dem Ball´s Field, The Submarine, The Mushroom, El Hongo, dem Pilz und die Phinx. Es soll viele Tiere geben, aber sehen nur 2 Condore. Wir schwitzen wie die Ratten.

Weiter führt der Weg 80 km zum NP Talampaya mit unseren Fahrzeugen, bei den Temperaturen Höchstleistung für sie. Wieder ein Campingplatz ohne Schatten, keine Chance der Glut zu entgehen. Nur der Wind, welcher durch das Mobi säuselt, bietet etwas Erfrischung.

Haben noch etwas Freizeit, dann geht es zur nächsten Exkursion Canón de Talampaya, der Park ist auf 1300 m Höhe. Wir fahren 4 Stationen mit Bussen ab. Der Park wurde 1973 gegründet und wieder 2000 als Weltkulturerbe ausgezeichnet. Fahren in einem ausgetrockneten Flussbett entlang, sehen Petroglyphen – Wandmalereien 2500 Jahre und Schluchten 250 Mio Jahre alt – Talampaya bedeutet steile Wände, welche 5 km lang sind. Sehen verschiedene Gesteinsformationen,genannt El Totem, La Torre, Mönch und Nonnen. Es gibt unterirdische Wasserquellen, hier entstanden kleine Oasen. Wieder sind wir mit geologischen Daten gefüttert wurden. In der Pause noch eine kleine Weißweinprobe als Erfrischung, dann geht es zurück. Es ist Weihnachten, jeder Guide möchte noch etwas feiern, so auch wir.

Wir haben wieder einen Grillabend im Programm, jeder sorgt für Abwechslung beim Buffet, vorher wird noch der selbstgebastelte Weihnachtsschmuck dekoriert, ein Programm mit Weihnachtsliedern und – Geschichten vorgetragen, die Wichtel, welche jeder für jeden besorgen sollte verteilt, dann geht es zum Schmaus.

Südamerikanisches Fleisch und die Würste schmecken lecker, dazu ein guter Wein, das Fest ist komplett, wie immer.

Nach der Feier kommt in der Nacht ein Sandsturm auf, jeder hat Fenster und Luken als Erfrischung offen, der Sand hat ein leichtes Spiel. Überall, aber auch wirklich überall ist der Sand im gesamten Mobi verteilt, jede Ritze, Bezüge, Gardinen, Schränke und Fußboden sind mit rotem Sand bedeckt, das wünscht man seinem ärgstem Feind nicht. Nach 5 Putzstunden fühlt es sich immer noch staubig an, ob wir jeh alles wieder sauber bekommen?? Wir werden diese Nacht noch lange in Erinnerung behalten. Nach einem Feiertag, wird der 25.12.2019 zum Putztag. Für viele war es lustig, jeder der Mannschaft schwingt Eimer, Lumpen und Staubsauger……

25.12.2019 Guardia Vieja, RN 150, RN 491

Trotzdem muss die Reise weiter gehen. Der Himmel ist getrübt vom Sand und begleitet uns die 328 km bis zum nächsten Ziel, die Sonne hat keine Chance, sich durch diese Staubschicht zu schieben. Wir fahren durch eine canyonartige Landschaft, wunder – wunderschön, Serpentinen schlängeln sich durch die Berge, sehen bizarre Bergspitzen, später begleitet uns ein ausgetrocknetes Flußbett durch das Tal, dann der Rio Jachel, haben zwei Aussichtspunkte auf dem Weg und als Höhepunkt kommen wir noch am See Dique Cuesta del Viento vorbei – einzigartig, wir sind fasziniert von der Fahrt und der Gegend, die uns noch durch einen 4,20 m hohen sehr delikaten Tunnel führt, bevor wir in Guardia Vieja, 2 km nach der argentinischen Grenzstation ankommen. Hier stehen wir auf 3000 Höhenmeter und können uns für den kommenden Tag akklimatisieren.

Zuvor in San José Jáchal geben wir die letzten 2000 Pesos aus, nehmen Abschied von unserem guten argentinischem Bier Quilms, was einen leicht malzigen Geschmack und wirklich gemundet hat, es hätte auch unser Lieblingsbier in Deutschland werden können – leider und nehmen gleichzeitig Abschied von Argentina. .Wir haben die 77777 km mit dem Kumpel geschafft, umschwänzeln und streicheln ihn und wünschen uns weiterhin eine gute Reise, speziell und kindisch aber so sind wir halt…

 

Überall in den Städten sehen wir Weihnachtsbäume aus unterschiedlichem Material stehen, Autoreifen und Wasserflaschen müssen herhalten. Erfinderisch muß man sein, eben eine andere Welt.

26.12.2019 Passfahrt Paso Agua Negra 4755, Vicuná

Der Schlaf auf 3000 m war schlecht und zudem für uns kurz. Alle hatten das Problem. Der Wecker klingelt 04:00 morgens, 05:30 Abfahrt – die ersten von der Gruppe, da wir wissen, wir müssen langsam fahren. Wir dürfen unseren Kumpel nicht überlasten, das Problem in dieser Höhe ist bekannt.

Bei ca. 4600 m, wirklich nur 150 m vor dem Pass haben wir drei Leistungsausfälle mit dem Motor, der Fehler wird per mitgebrachter Software ausgelesen und gelöscht! Zur Passhöhe kommt noch 90 km Pistenstraße erschwerend dazu, eine Teerstraße wäre einfacher gewesen. Beim Büßerschnee, die Eispyramiden auf dieser Strecke – eine Attraktion des Passes machen wir deshalb nur Fotostopps und ersparen uns den Rundgang.

Die Nerven bei mir liegen etwas blank, Volkmar genießt das spektakuläre Naturpanorama! Dann endlich erreichen wir den Paso Agua Negra mit 4755 m, einer der schönsten Andenpässe zwischen Argentina und Chilé, wir haben es geschafft. Die 4×4 Fahrzeuge haben weniger Probleme. Ein anderes Fahrzeug hat die gleiche Fehleranzeige, wie wir, aber der Fahrer traut sich nicht, die Software einzusetzen. Er wird Dank unseres Panzers auf den Pass geschleppt. Alle Mobis haben es Gott sei Dank geschafft. Die Abfahrt ist sensationell und macht sprachlos, das Farben- und Formenspiel der Berge nimmt kein Ende, an jeder Kurve immer wieder neue Eindrücke und Motive, wir sind begeistert, der Fotoapparat glüht. Schaut euch die Bilder selbst an….

Am Ende der Überquerung der Anden sehen wir noch Ziegen- und Schafherden und begegnen 2 Radfahrern, die von Chile über die Anden nach Brasilien radeln – Respekt.

Kurz vor der chilenischen Grenze ist noch eine sehr schöne Lagune einen Fotostopp wert.

 

Die Grenzkontrolle Juntas del Toro auf 2104 m entpuppt sich als sehr streng, Ingwer und getrocknete Feigen müssen wir abgeben, habe sie übersehen und ärgere mich. Nach weiteren 85 km erreichen wir unseren Übernachtungsplatz Vicuná auf einem Hotelparkplatz, hässlich, aber es wird wieder bessere geben. Dafür dürfen wir den Hotelpool benutzen. Unternehmen noch einen kurzen Stadtbummel, bevor wir uns 20:00 auf der Sonnenterrasse des Hotels mit einem Pisco, dem Nationalgetränk Chiles und Perus, treffen, er schmeckt lecker. Danach sitzt noch die halbe Mannschaft mitten auf dem Parkplatz bei fröhlichen Beisammensein, die anderen sind in den Betten, wir sind nicht unbedingt leise, Beschwerden kommen am nächsten Morgen nicht. So funktioniert eine Gruppenreise.

27.12.2019 Vicuná, Pisco-Brennerei, Sternwarte

Nach der anstrengenden Passfahrt gibt es drei Zuckerli: Ausschlafen mit fahr frei, Besichtigung der berühmtesten Pisco-Brennerei von Chile, die hier in Vicuná angesiedelt ist und am späten Abend, bzw. nachts noch einen Sternwartenbesuch.

Der Tag steht jedem zur freien Verfügung. Wir schlafen aus, dann vor der Besichtigung der Pisco-Brennerei noch Ausspanne am Pool. Der Sonnenbrand war nicht im Programm, nun ja, zu spät, es tut aber nicht weh.

Das Nationalgetränk von Chile und Peru ist der Pisco. Er existiert seit über 400 Jahren. Es handelt sich um einen Weinbrand, der aus Traubenmost (Piscotrauben) ausschließlich aus Muskatellertrauben hergestellt wird. Besichtigen die gesamte Brennerei und dürfen uns zum Abschluß einen Cocktail mischen. (Zitronensaft, Zuckersirup, Ananas- und Papajasaft sowie dazu Pisco – lecker und das am Nachmittag bei 30 °. Wir kommen etwas angeheitert auf den Hotelparkplatz zurück, bereuen tun wir das nicht. Danach Freizeit.

Volkmar wird bei der letzten Gruppe, 22:15 Uhr mit dem Bus abgeholt, kommt erst 01:00 Uhr zurück. Ich schreibe derweil Reiseberichte bis zur gleichen Zeit nach. Doch ich brauche nichts bereuen, der Ausflug war nicht das, was er sich versprochen hatte. Gute Nacht.

28.12.2019 Bahia Inglesa

Heute ist Autobahntag – 500 km werden wir fahren. Erst kleinere Berge der Anden, dann Steppe, Wüste, Sanddünen Wein- und Obstanbau, alles in der Region Atacama, dazu wolkig. In der Wüstenstadt Bahia Inglesa angekommen, sehen wir doch noch einige Sonnenstrahlen. Ein kurzer Besuch des Fischmarktes, der uns aber nicht wirklich aus dem Sattel hebt, kommen wir am Pazifik auf unserem Stellplatz an, sehr schön, nach der Wüste, in der Wüste wieder einmal am Meer.

Am Abend noch ein kleiner Rotweinumtrunk – Janne, welche am 3.11.2019 in Buenos Aires die Hüfte gebrochen hat, zeigt sich ohne Krücken, fleißiges Üben ihrerseits, ein großen Hallo von unserer Seite.

 

Wieder geht ein Tag zur Neige, sie fliegen uns nur so um die Ohren.

29.12.2019 Parque Nacional Pan de Azucar

Wir verlassen den schönen Stellplatz, haben wir doch 80 km weiter schon den nächsten im Parque Nacional Pan de Azucar am Pazifik. Die Straße führt uns entlang des Wassers, schön anzusehen, sehr steinige Gegend und ärmlichen Wohnsiedlungen, es fällt richtig auf. Besuchen Chañaral, die Stadt ohne Wasser, noch ein kurzer Stopp bei Kugelgranitsteinen – Santuario de la Naturaleza Granito Orbicular – keine weitere Ausführung, dauert zu lange. Seht sie Euch einfach an.

Auf dem Campingplatz hat jeder einen Platz mit Grillbucht. Wir sind zufrieden. Im Park sind 20 Kakteenarten heimisch, viele davon vertrocknet. Wir sehen es bei einem 2 h Spaziergang mit Schrecken, die Natur ist hart. Hier gibt es kein Wasser, auch wir sind zur Sparsamkeit aufgerufen wurden – Atacama, die trockenste Wüste der Welt.

Eine Besonderheit gibt es noch im Park, wir fahren auf einer Salzstraße, die mit Mineralöl überzogen ist, es fühlt sich an, wie Asphalt. Mach das mal in Deutschland, geht gar nicht.

Heute Abend sehen wir noch einen Film über die Entstehung der Atacama, die Anden verhindern, das Wasser vom Regenwald in dieses Gebiet gelangt und unter dieser Gegend hat sich die pazifische Platte mit unterirdischer heißer Lavamasse geschoben, vor Mio Jahren ein Meer, heute ausgetrocknet. Die Atacama wird uns nun noch Tage begleiten, sie ist 50 mal trockener wie das berühmte Death Vally in Kalifornien, nur nicht so heiß.

30.12.2019 Anfahrt Antofagasta, SP La Portada

Heute gibt es nicht viel zu erzählen, die 410 km entpuppen sich erst nur als Wüstensand, später Steine und Mineralien, danach noch Berge, die Wüste entfaltet sich in ihrer ganzen Bandbreite, weder Flora noch Fauna. Einziger Aufenthalt ist bei Mano del Desiero, die Sandhand in der Wüste, ein 1992 geschaffenes Kunstwerk von Mario Irarrazababal, mehr ist nicht bekannt. Es ähnelt dem in Punta del Este in

Müssen noch einen Großeinkauf in der Stadt Antofagasta tätigen, Sylvester und 5 Tage in San Pedro de Adacama liegen vor uns, nun sind wir gewappnet. Unser Stellplatz, unweit von Antofagasta an einer Steilküste ist sehr attraktiv, genießen das La Portada, ein Steintor im Meer, ähnlich den Bögen an der Algarve in Portugal noch bei einem kleinen Rundgang . Es ist schön anzusehen, noch dazu stehen wir mit unserem Mobi direkt mit dem Blick darauf, besser geht es nicht.

31.12.2019 San Pedro de Atacama

Wir wünschen allen die uns begleiten einen guten Rutsch ins Jahr 2020, welch eine Zahl….. Gesundheit, Glück und Zufriedenheit, mögen wir uns alle wieder gesund und munter in aller Frische treffen, darauf Prost, Prost, Prost, Prost, Prost!

Es ist eine schöne Fahrt entlang des Pazifiks, wir fahren anders als alle die Routa 5, nehmen wir die Routa 1 und bereuen nichts, immer schön am Pazifik entlang, allerdings 100 km am Schluss mehr auf dem Tacho.

Zuvor kommen wir noch am Monument des Steinbocks vorbei, nicht spektakulär. Danach Steinwüste über die Anden, den ersten Pass 2996 m. Dafür kommen wir am größten Erdloch der Welt vorbei – die Mine Chuquicamata, hier wird Kupfer abgebaut, überall sind Erdkrater des Abbaus in der gesamten Gegend zu sehen. Leider ist eine Besichtigung nicht vorgesehen, wir dürfen diese Zone nicht betreten, wäre für uns alle interessant gewesen.

Danach Wüstensand, etwas Vegetation – kleine Grasbüschel lassen grüßen, aber immer entlang der Vulkankegel – der chilenische Feuerring läßt grüßen, dann noch der zweite Pass 3400 m , auch den schaffen wir, bevor wir den Mirador Valle de la muerte besuchen, ein gigantischer Eindruck in eine Canyonlandschaft, bevor wir die Wüstenstadt San Pedro de Atacama erreichen. Alle sind davon begeistert, wie die Natur so spielt und das alles in der Atacama.

Haben einen Übernachtungsplatz am Hotel ……. umgeben von einer Adobemauer, wir stehen sicher. Angekommen, geht es gleich an die Vorbereitungen des Sylvestergrillens, wir kommen einfach nicht zur Ruhe. Die Mannschaft hält trotz der Anstrengungen der letzten Tage bis weit nach Mitternacht aus. Es war wieder ein schönes Zusammentreffen.

01.01.2020 Lagune Cejar und Lagune Tebinquinche,

bei San Pedro de Atacama

Wir begrüßen zusammen das Neue Jahr – wünschen viel Gesundheit und Glück. Nach dem „Ausschlafen“ hat die Gruppe einen freien Tag. Fast alle gehen am 02.01.2020 auf eine 3-Tagefahrt mit dem Jeep nach Bolivien – Attraktion große Salzseen mit dem Auto befahren und eine Rundreise. Uns ist das zu anstrengend von 06:00 – 20:00 Uhr mit den Jeeps in der Gruppe zu fahren, deshalb büchsen wir aus und genießen für 4 Tage die Freiheit auf eigene Faust. Wir fahren mit Jetti und Flo am späten Vormittag an die Lagune Cejar und gehen im Salzwasser baden,

danach noch zur Lagune Tebinquinche. Wollen im NP übernachten, doch die Ranger haben andere Anweisungen. Nach dem Sonnenuntergang müssen wir ihn verlassen.

Fahren mitten in der Nacht noch vor die Schranke des NP der Lagune Chaxa, so kann auch ein Abend enden, nämlich sehr spät.

02.01.2020 Laguna Chaxa

Am Morgen besichtigen wir die Lagune – viele Flamingos sind die Attraktion. Wir genießen es sehr lange Zeit, das Licht, die Vulkane, einfach schön.

Danach fahren wir auf den Stellplatz am Hotel und grillen noch in kleiner Runde, denn die meisten sind unterwegs in Bolivien. Hatten gestern wieder einen kleinen Sandsturm, so steht zuvor noch Mobiputz und Wäsche als Priorität 1 an.

03.01.2020 Therme Puritama

Heute fahren wir wieder über einen kleinen Pass auf 3000 m Höhe und werden unseren Körper in den Thermen von Puritama wässern. Es sind nur 28 km von hier und sehr entspannend. Auf der Fahrt dahin begegnen wir einer Ziegenherde, immer wieder schön – die freie Natur.

Hätten eigentlich länger in der Anlage der Therme bleiben wollen, aber sind froh durch die verloren gegangene Freizeit die anstehende Arbeit aufzuholen. So auch heute. Volkmar arbeitet an den Bildern, ich am Blog. Der Grillabend bleibt heute uns beiden vorenthalten, da die Gruppe kleiner geworden ist, jeder der Dagebliebenen genießt seine Freiheit.

04.01.2020 San Pedro de Atacama

Heute bleiben wir am Platz und werden noch das Städtchen San Petro de Atacama besuchen. Wir wollen ja mitreden. Es ist ein ganz besonderer Ort, mit seinen Adobemauern und den eigenwilligen terracottafarbenen Häusern, verziert mit viel Holz – bezaubernd. Es ist ein Touristenort, hier wimmelt es von Menschen in vielen Sprachen, man hört auch Deutsch, wo eigentlich nicht auf der Welt? Die Restaurants sind fast zu viel in diesem kleinen Ort und mit Liebe hergerichtet.

Nach dem Essen noch schnell die Wäsche abgeholt, dann ist auch schon wieder die Gruppe komplett zum Meeting. Von der Tour auf die Salzseen von Bolivien wird geschwärmt, jeder hat die 4800 m gut überstanden. Wir werden Bilder davon betrachten, unsere Tage waren auch schön, die Salzseen waren kleiner, was soll´s, man kann nicht alles auf der Welt sehen. Bis morgen, da heißt es früh aufstehen, 485 km – 7 Stunden Fahrzeit.

05.01.2020 Iquique

San Pedro de Atacama adé. Wir fahren den gleichen Weg bis zum Pazifik zurück. Ein kurzer Fotostopp beim Abbaugebiet, bei der größten Mine der Welt,

dann wieder unendliche Sanddünen, keine Fauna und Flora bis zur Küste, nur eine stillgelegte Eisenbahnlinie verfolgt uns. Am Pazifik dann sehr schäbige Behausungen, man staunt, dort Menschen anzufinden. Fahren jetzt in nördlicher Richtung, einige Urlaubsgebiete mit Holzhäusern kommen in Sicht, trotzdem für uns noch nicht vorstellbar. Der Sand von den für uns unvorstellbaren hohen Dünen erreicht an einigen Stellen fast das Meer. Straßen führen durch die Dünen mitten ins Nichts. Mit wie wenig sich die Menschen hier abfinden. Stehen in Playa Blanca mitten am Meer, genießen später den Sonnenuntergang und wollen gar nicht ins Häuschen, aber der nächste Tag ruft.

06.01.2020 Arica 340 km Dünenlandschaft, Humberstone, Skulpturen

Besuchen heute noch mit einem Kurzdurchgang die Stadt Iquique, fahren an der Uferpromenade entlang, bevor es über die große Sanddüne El Dragon wieder mitten durch das Land geht.

Am späten Vormittag ist Treffpunkt an der Geisterstadt Humberstone, einer verlassenen Salpeterstadt. Chile erlebte hier den Salpeterboom, bis zu 3700 Menschen arbeiteten und lebten hier, bevor er ca. 1930 durch Ammoniak-Synthese von den zwei Deutschen Fritz Haber und Carl Bosch ersetzt wurde. 1961 wurde die Stadt geschlossen und war bis 2005 dem Verfall preisgegeben. Gott sei Dank wurde es ab da zum Unesco Weltkulturerbe erklärt. Die Besichtigung fanden Alle sehr interessant und es ist vieles restauriert bzw. besser veranschaulicht wurden.

Wäre der Weg nicht noch so weit bis Arica gewesen, hätte man noch länger verweilen können. Die Weiterfahrt wird wieder sehr spektakulär und anstrengend. Wir fahren zweimal bis auf 1400 m über die Dünen auf und ab. Unser Kumpel hat zu kämpfen, muss er sich doch von Meereshöhe heraufarbeiten. Aber wir fahren sehr langsam um die Temperatur zu halten. Alles Paletti, gut gemacht – die Farbenspiele der Dünenlandschaft lenkt etwas von der Anstrengung ab. Alle sind von der Landschaft fasziniert.

Noch ein kurzer Stopp bei Geoglyphen und Sandskulpturen Tutelares, sie zeigen abstrakte menschliche Figuren – eine Huldigung der Völker der Anden, die zweite symbolisiert den Ursprung des Stammes, eine göttliche Mythologie von Sonne und Mond (Kurzform).

Danach erreichen wir Arica und unseren zweiten Stellplatz am Meer erst gegen 18:30 Uhr. Die Dünenüberquerung hat sehr viel Zeit gekostet. Es ist ein freier Parkplatz, wir sind frech und besetzen für unsere gesamte Gruppe mit unseren Campingstühlen den Platz, einige kommen sehr viel später. Geht eigentlich nicht, aber wir wollten alle zusammen stehen. Am Abend dann noch für die gesamte Gruppe einen Umtrunk mit Rotwein und Salzgebäck, da es in Europa schon 0:00 Uhr ist….

07.01.2020 Putre 135 km Berglandschaft

Verlassen heute die Atacama mit seinen Sanddünen und Wüstenlandschaft jeglicher Art, welche uns zwei Wochen begleitet hat und auch erst einmal das Meer. Unsere 2 DDR-Camping Stühle lassen wir jetzt entgültig in Chilé stehen, der zweite war auch im Stoff gerissen, aber sie haben die Miete eingespielt.

Überfahren mit 3700 m Höhe wieder einmal die Anden mit seiner beeindruckenden Landschaft, sehen auf dem Weg den ersten schneebedeckten Vulkan Cerro Larangacagua (5439m ), in dieser Gegend werden wir noch vielen davon begegnen.

Stehen jetzt in Putre, dem letzten Ort in Chilé, im Parque Nacional Lauca, passieren morgen die Grenze zu Bolivien. Ein kurzer Spaziergang im Dorf, welches sehr viel Ruhe ausströmt, im Gegensatz zu den Meeresplätzen – dort war Hektik und Lärm. Haben heute etwas mehr Zeit am Stellplatz und kommen wieder etwas zur Ruhe.

Werden von der Wüstenhitze nun in eine kältere Region fahren, die Höhe lässt grüßen. Wir merken es heute schon. Kurze Hosen sind tapu, ziehen warme Kleidung an, selbst das Grillgut wird im warmen Gemach verspeist. Wir harren der Tage, die vor uns stehen.

08.01.2020 La Paz 365 km Viscachas, Bergdorf Parinacota, Zwillingsvulkane

06:30 Abfahrt, wir wollen die Viscachas (Hasen mit langen Schwänzen) beim Aufstehen beobachten, die ersten Sonnenstrahlen treiben sie aus ihrem Bau, possierliche Tierchen, nett anzusehen, doch dorthin müssen wir noch 20 km bergauf fahren. Sie sind schon da, hurra!

Danach Besichtigung eines kleinen Bergdorfes, wegen der Kirche.

Der Weg führt uns durch den NP Lauca mit seinen Zwillingsvulkanen Pomerape (6250m) und Parinacota (6330m) benannt nach dem gleichnamigem Dorf und dem Lago Chungará auf 4570 m, angeblich der höchste See der Welt.

Die Strecke führt uns bis auf 4676 Höhenmeter, über Steppe, kleine Steinformationen, Schluchten, Lagunen, canyonartige Landschaft und viele Alpaca Herden, niedliche Tiere, wir mögen sie.

Nun passieren wir die Grenze zu Bolivien – die Lebensmittelkontrolle kein Problem, wir sind geübt, alles paletti. Danach durchfahren wir eine herrliche andine Landschaft, das Hochland, auch Altoplano genannt, den NP Sajama mit seinem Vulkan Sajama (6542m), der höchste in Bolivien, kommen an den Aymate Funeral Towers vorbei – es sind alte Türme, wo die Indigenen ihre Toten beerdigt haben, dazwischen kleine Lehmhütten der Einwohner, hübsch anzusehen und bleiben dabei auf 4000 m.

Türme

In El Alto – heute autonom, 1,1 Million Einwohner, früher Stadtteil von La Paz – unser Standort für heute, sehen wir wieder schneebedeckte Berge und den 6088 m hohen Huayne Potosie, er sticht bei weitem hervor, der Hausberg von La Paz.

El Alto – eine Katastrophe, als Stadt nicht zu bezeichnen, nur Dreck, Staub, Müll und unfertige Häuser, aber das Leben blüht. Wieder für uns unvorstellbar.

Die Anfahrt zu unserem Übernachtungsplatz ist dafür umso schöner, eine gepflegte Wohngegend, schöne Häuser, umrahmt von einem super Bergambiente,

als Höhepunkt das Mondtal, sieht sensationell aus, unweit von uns, können nur Bilder ins Netz stellen, zur Besichtigung reicht die Zeit nicht aus, da die zwei Tage ausgebucht sind. Schade. Wir schicken ein Bild vom Übernachtungsplatz des Hotels Oberlander – sind eingepfercht, aber die Sicherheit in Städten geht vor.

Apropo kurze Hosen, in El Alto war es wieder heiß – Sommersachen wurden abermals aus dem Schrank geholt, Anorak vom Morgen wieder zurück gelegt, da macht man was mit…

09.01.2020 La Paz Stadtbesichtigung

09:00 Uhr beginnt unsere Busfahrt zur Stadtbesichtigung nach La Paz, sie liegt auf 3100 m – 4100 m, wunderschön von Bergen umgeben, ist eines der faszinierenden Städte der ganzen Reise und die höchste Hauptstadt der Welt. Die Häuser kleben wie Schwalbennester bis hoch zum Rand des Talkessels. 60 Häuser sind diese Jahr im März in die Tiefe gestürzt – 4 Vermisste, doch es wird weiter unkontrolliert ohne Baugenehmigung gebaut. Wir sehen Kontraste von sehr einfachen Behausungen, bis hin zu noblen Wohngegenden. Fahren zum Hauptplatz, wo sich der Präsidentenpalast befindet und bummeln durch La Paz. Die neue blonde Präsidentin ist sehr beliebt und der alte Präsident, welcher 14 Jahre regierte, musste ins Exil nach Mexiko, wegen Wahlbetruges. Alle hoffen, es wird jetzt wieder ruhiger im Land. Die Endogenen beeindrucken uns mit ihrer traditionellen Kleidung, die ganze Stadt ist speziell. Nach dem Mittagessen laufen wir noch zum Hexenmarkt, hier gibt es Medizin der Einheimischen zu kaufen und fahren danach mit den vielen Seilbahnen noch über die gesamte Stadt, beeindruckend. Wir sind alle begeistert, die Stadt ist eine Sensation. Abends am Stellplatz angekommen, nehmen wir noch einen Drink, der Magen ist voll und die tägliche Arbeit mit dem PC ruft. Die Bilder sagen mehr. Bis morgen.

10.01.2020 Todesstraße, La Senda Verde – Tierauffangstation

Der Tag beginnt 08:00 Uhr morgens. Wir fahren ein Stück durch La Paz, welches übrigens nicht die Hauptstadt, sondern nur Regierungssitz ist, kommen am Stausee der Stadt vorbei, begleitet von hohen Felswänden und biegen nach dem La Cumbre Pass auf 4700 Höhenmeter schließlich bei La Cumbre auf die berüchtigte 60 km lange Todesstraße ins Tiefland von Bolivien dabei werden bis zu 3000 Höhenmeter überwunden. Sie ist durch Reportagen bekannt geworden, da sie sehr viele Todesopfer zu verzeichnen hat. LKW´s, Busse, PKW´s und Radfahrer stürzten hier bis zu 3000 m in die Tiefe, die von dichtem Regenwald umgeben ist. Zahlreiche Tafeln und Kreuze erzählen von diesen Ereignissen. Es ist eine schmale Schotterpiste, als Straße sowieso nicht zu bezeichnen und an den meisten Stellen gerade ´mal so breit ist, dass nur mit Mühe ein Fahrzeug passieren kann, aber hier herrschte viele Jahre Gegenverkehr, die tiefen Abhänge nicht gesichert, wenn man die Bilder sieht, mussten diese Katastrophen passieren, zumal meist LKW´s diese Strecke fuhren, unvorstellbar. Seit ca. 15 Jahren gibt es eine neue asphaltierte Straße nach La Paz durch diese Gegend, die Old Road wird nur noch für touristische Zwecke genutzt, vormittags talabwärts, nachmittags geht’s nach Oben, auch für viele Mounten Bike Liebhaber wird diese Strecke angeboten.

Nach dem Mittagessen in La Senda Verde, bei 1160 m in einer sehr schönen Tierauffangstation besichtigen wir noch die Anlage, sehen Affen, ein Wasserschwein, Wasserschildkröten, Papageien, Aras und Schlangen,

danach geht es auf der neuen Straße bergauf, wieder über den Pass und sind schließlich 21:00 Uhr an unserem Hotelstellplatz in El Alto. Wieder ein langer aber sehr schöner Tag, es war interessant. Jetzt noch schnell Meeting, dann bleibt nicht mehr viel Zeit. Auch heute sagen wieder Bilder mehr als Worte, gute Nacht.

Wir melden uns im neuen Blog, bis die Tage, Servus.

 

 

6 Gedanken zu „♦Panamericana August 2019 – Oktober 2020♦ – ♦24.12.2019 – 10.01.2020 NP Talampaya – La Paz♦

    1. Hallo Jana und Kinnings, das macht garnichts, verspätete Geburtstagsgrüße zu erhalten, da ich in dieser Reise leider auch keine Grüße verschicke, man kommt einfach dazu nicht, andere Eindrücke, Jahreszeiten und ständig unterwegs, also seit nicht böse, November sind wir wieder zu Hause, dann reit sich alles zum Alten. Schau weiter rein, liebe Grüße Volkmar und Petra

    1. Hallo Sandro, freut mich von dir zu hören! Schön, wenn du neugierig bist und ab und an mal in unserem Blog vorbei schaust.
      Dann wissen wir auch, die Mühe lohnt sich! Manchmal ist es schon mangels Internet schwierig immer aktuell zu bleiben, nichts ist schlimmer wie langsames Internet, dann lieber keines!
      In Petra’s Namen danke für die Geburtstagswünsche.
      Ciao Volkmar und Petra

  1. Liebe Petra, wir wünschen Dir zu Deinem Geburtstag alles Liebe und Gute. Bleib gesund und genieße weiter Eure schöne Reise.
    Herzliche Grüße auch an Volkmar. Wir haben gerade die letzten Reiseberichte gelesen. Man staunt nur, wieviel unberührte wunderbare Natur es noch gibt.

    1. Hallo Ihr Lieben, vielen Dank für die Geburtstagsgrüße. Haben in der Gruppe mit Rotwein und Salzgebäck beim Meeting etwas gefeiert. Die Feiertage waren etwas anstrengend, volles Programm und viele km absolviert, heute war es etwas ruhiger und wir haben Zeit, das Liegengelassene aufzuarbeiten. Morgen verlassen wir Chilé und reisen nach Bolivien ein. La Paz und Titicacasee stehen auf dem Programm. Mach vielen Tagen in der Atacamawüste wird es nun etwas kühler, sind gerade auf 3500 m. Wir wünschen euch auch eine schöne Zeit und bleibt am Ball, tschüssi

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